PHYSIKALISCHES INSTITUT DER HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN – Standort Berlin-Adlershof
Wettbewerbsbeitrag mit Enno Schneider Architekten
„Alles sollte so einfach wie möglich sein – aber nicht einfacher.“ Albert Einstein
Auslobung
Da der traditionelle Standort der Humboldt-Universität in der Berliner Stadtmitte keine ausreichenden Erweiterungsmöglichkeiten mehr bietet, ist geplant, die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten nach Berlin-Adlershof auszulagern. Hier bestehen in unmittelbarer Nachbarschaft zu vorhandenen und geplanten Forschungs-, Wissenschaft- und Forschungseinrichtungen sowie zu neuen Wohnquartieren gute Voraussetzungen zur Entwicklung eines attraktiven Hochschulstandortes.
Das Land Berlin betrachtet Adlershof als wichtigstes Projekt für die Berliner Wissenschaft und Wirtschaft.
Das Wettbewerbsgebiet ist Teil des Hochschulbereichs innerhalb eines insgesamt rd. 420 ha großen Stadtgebietes um den ehemaligen Flugplatz Johannistal, das als städtebaulicher Entwicklungsbereich ausgewiesen wurde. Auf den für den neuen Hochschulstandort vorgesehenen Flächen sollen zusammen mit den Neubauten für die einzelnen Fachinstitute allgemeine Hochschuleinrichtungen entstehen. Hierzu gehören unter anderem der Neubau für das Informations- und Kommunikationszentrum, die Bibliothek und das Rechenzentrum der HU Berlin und durch die WISTA finanzierte und betriebene Einrichtungen für den Wissens- und Erfahrungsaustausch enthalten soll sowie eine Mensa. Das Institutsgebäude der Physik wird zusammen mit dem Institut für Chemie (siehe auch wa 03/1996) die „Keimzelle“ des neuen Hochschulstandortes werden. Gemeinsam mit dem Entwurf für das Institut für Chemie werden mit diesem Realisierungswettbewerb Eckpunkte geschaffen, die den weiteren Städtebau prägen werden.
Aufgabe
Die gesamte Hauptnutzfläche des Instituts beträgt 11.200 m2. Gegenstand des Wettbewerbs sind davon 9.995 m2. daraus ergibt sich für die Wettbewerbsaufgabe eine überschlägige BGF von ca. 20.000 m2. Das Raumprogramm gliedert sich u.a. in:
– Elementarteilchenphysik 1.170 m2
– Materialwissenschaften 4.082 m2
– Makromolekül- und Vielteilchenphysik 1.951 m2
– Plasmaphysik 363 m2
Physikdidaktik 318 m2
Das Institut gliedert sich in 21 Professuren und 4 S-Professuren, zusammengefasst in 4 wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkten. Die benötigte Nutzfläche der einzelnen Professuren differiert überwiegend zwischen etwa 120 bis 220 m2 (Professuren ohne eigene Laborräume) und 300 bis 450 m2 (mit Laborräumen). Insgesamt werden im Institut 3.104 m2 (ca. 31% der Nutzfläche)Arbeitsräume mit büroartigen Anforderungen benötigt. Die geforderten Raumgrößen liegen zwischen 11 und 21 m2. Die Räume können in einem standardisierten System angeordnet werden. Insgesamt 3.666 m2 (ca. 37% der Nutzfläche) entfällt auf Laborräume.
Hinzu kommen 250 m2 Reinräume. Raumgrößen überwiegend 24 bzw. 48 m2. Es werden ein Hörsaal mit 132 m2 (zzgl. Vorbereitungsraum mit 175 m2), 4 Seminarräume mit je 54 m2 (ca. 30 Plätze) sowie 6 Paraktikumsräume mit je 61 m2 gefordert. Hinzu kommen Räume für Sammlungen (100 m2), Testatraum (25 m2) sowie ein Raum für Hörsaalmechaniker (35 m2). Für Rechnerräume werden insgesamt 450 m2 mit durchweg rund 30 m2 benötigt.
Wettbewerb 2-phasig, 1998 Entwurf Architektur Katharina Jester, Thomas Sugge, Enno Schneider Landschaftsarchitekten Peter Latz BGF ca. 9.000 qm