Mensastudie – ESBF

MACHBARKEITSSTUDIE ZUR UNTERBRINGUNG EINER MENSA AN DER EVANGELISCHEN SCHULE BERLIN-FRIEDRICHSHAIN
Konzeptentwurf in Zusammenarbeit mit Annette Bräuer-Neth

Ein Kind hat drei Lehrer: Der erste Lehrer sind die anderen Kinder. Der zweite Lehrer ist der Lehrer. Der dritte Lehrer ist der Raum.“ (Zitat aus Schweden)

Bestandsanalyse

Im Winter 2012 werden an der vorliegenden Planung zum Umbau des Gemeindehauses zu einer einzügigen Grundschule funktionale Mängel von Seiten der Nutzerin festgestellt. Neben der fehlenden Unterbringungsmöglichkeit einer Mensa zeigt die Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes weitere funktionale Mängel:

1. Ohne weiteren Ausbau, insbesondere akustische Maßnahmen ist der Saal im EG nur eingeschränkt nutzbar.
2. Die bereits umgebaute Empore funktioniert nicht als Fachraum Musik und wird daher nicht genutzt.
3. Der Personalbereich für die Pädagogen ist deutlich zu klein, ein eigener Raum für die Hortpädagogen fehlt völlig.
4. Die geplanten Hortflächen im 4.OG sind als Hortbasis zu klein.

Aus der Analyse entwickelt sich der Auftrag zur Untersuchung der Unterbringungs-möglichkeiten einer Mensa, die sogenannte „Mensastudie“.

Räumliches Gesamtkonzept der Schule mit Mensa im UG

Bevor im nächsten Bauabschnitt mit entscheidenden Umbaumaßnahmen begonnen wird, wird an dieser Stelle nochmals das gesamte Raumkonzept der Schule betrachtet, die Ressourcen des Bestandsgebäudes analysiert und in Abstimmung und mit den bisherigen Erfahrungswerten des Pädagogenteams versucht, das Gesamtkonzept zu optimieren.

Nach der Untersuchung und dem Ausscheiden der Standortmöglichkeiten Mensa als Dachaufstockung oder im Foyerbereich Erdgeschoss, wird die Ausgangsbasis für die Unterbringung der Mensa das Untergeschoss. Unter dieser Prämisse werden Lösungen für die weiteren Raumprobleme der Schule gesucht. Ausgehend vom Kernproblem der zu kleinen Hortbasis werden 2 Standortvarianten hierfür durchgespielt.

Variante 1 _ Nutzung des Saals als Hortbasis

Der Saal bietet mit ca. 198 qm plus Bühne plus Empore ein ausreichend großes Raumkontinuum, um hier die gesamten Hortflächen unterzubringen. Die Fragestellung lautet, ob es möglich ist, durch geeignete Teilungsmöglichkeiten und Akustikmaßnahmen, die für den Hortbetrieb notwendigen unterschiedlichen Raumangebote herzustellen und gleichzeitig den Saal in seiner Gesamtheit für Feste, Veranstaltungen, Theater und nicht zuletzt auch als Bewegungsraum zu erhalten.

Kern der Umbaumaßnahmen ist ein begehbares „Hochregal“ entlang der Brandwand. Im unteren Bereich mit der Funktion eines großen Wandschranks gliedert sich das Regal oberhalb der Ballschutzhöhe in unterschiedliche Nischen, Höhlen und Kleinflächen, die über Stufen miteinander verbunden sind. Diese bieten Raum zu eigenständigem Bauen, Lesen, Spielen….
Als beispielhaftes Vorbild dient das MACHmit! Museum für Kinder in der ehemaligen Eliaskirche in Prenzlauer Berg von Klaus Block.

Variante 2 _ Nutzung des 4. OGs als Hortbasis

Auch wenn die genehmigungsrechtlichen Einwände erst einmal gegen eine Aufstockung der Dachterrasse im 4.OG sprechen, bietet sich hier die einzige weitere Möglichkeit, neben der bereits beschriebenen Saalvariante, größere Hortflächen zu generieren.
Die Untersuchung der teilweisen Überbauung der Dachterrasse berücksichtigt zum Einen die Einwände von Ämterseite, zum Anderen ergibt sich damit ein großzügiger eigenständiger Hortbereich mit ca. 210 qm.

Der vorgeschlagenen Querriegel zwischen dem Altbau und dem Treppenhaus 2 weicht mit seiner leicht schräg gestellten Fassade auf der Schulhofseite soweit zurück, dass für den Schulhof keine weitere Verschattung entsteht. Dadurch, dass die neuen Horträume nur die halbe Gebäudetiefe einnehmen besteht auch zum innen liegenden Hof des benachbarten OSZ keinerlei Verschattung. Die Dachlandschaft des Gebäudes bleibt erkennbar abgestuft, ein besonderes Anliegen des Denkmalamtes. Der strikten Einhaltung der Abstandsflächen entsprechend der Gesamthöhe könnte durch eine weitere „Einschnürung“ des neuen Hortbereichs gegenüber dem Hof des OSZ Rechnung getragen werden.

Durch diesen großzügigen Rücksprung entsteht gleichzeitig ein nach Westen/Südwesten orientierter geschützter Freibereich von ca. 85 qm zu dem sich die Horträume hin orientieren und großzügig öffnen.
Die neuen Horträume sind von zwei Seiten belichtet und dadurch auch gut durchlüftbar, insgesamt ergibt sich eine helle, lichtdurchflutete Hortetage, in diesem Punkt ein deutlicher Vorteil gegenüber der Saalvariante.

Vom 5.OG verläuft der 2. Rettungsweg aus den Fachräumen Nawi und Kunst über das Dach der neuen Horträume zur Fluchttreppe in den Hortfreibereich. Dadurch kann der Fluchtweg vom hinteren Fachraum durch den zweiten mit direkter Blickbeziehung nach außen verlaufen.
Die Fluchttreppe wird dabei in die Gestaltung des Freibereiches mit einbezogen und mit Spielfunktionen aufgewertet. So schließt der Steg der Treppe an den obersten Raum hinter dem Treppenhaus 2 an, der zum „Outdoorspielnest“ wird, unter dem Zwischenpodest entsteht eine Sitzhöhle und der Raum unter der Treppe wird als Spielgerätelager genutzt.
Das Dach der neuen Horträume wird zum Schulgarten mit Hochbeeten, die von den Schülern bepflanzt werden können.
Damit wird die Freifläche der bisherigen Dachterrasse größenmäßig erhalten. Beide Freiflächen bieten eine eigene Aufenthaltsqualität und Ergänzung zum Schulhof.

Bauherr
 Schulstiftung der Evangelischen Kirche 
 Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz

Kita Kapelle Berlin-Friedrichsfelde

MACHBARKEITSSTUDIE
Umnutzung der alten Friedhofskapelle in Berlin-Friedrichsfelde
zu einer Kita

Alles ist Wandel…

 

Mikrolage
Das Grundstück liegt im Ortsteil Friedrichsfelde direkt an der Rummelsburger Straße. Die Rummelsburger Straße ist eine begrünte, gut ausgebaute Verbindung von der Sewanstraße im Westen bis zum Tierpark im Osten. Die nähere Umgebung ist durch überwiegend 4-geschossige Wohnquartiere unterschiedlichen Alters geprägt.
Im Süden schließt sich ein ehemaliger Städtischer Friedhof mit ausgedehnten Grünflächen an.

Bestand
Das etwa 593 m² große Grundstück war Bestandteill des 1892 eröffneten und bis 1971 genutzten städtischen Friedhofs. Die Fläche ist mit einem als Friedhofskapelle errichteten massiven eingeschossigen Backsteingebäude bebaut. Die Grundfläche beträgt etwa 130 m². Im Innenraum der Kapelle befinden sich die Feierhalle mit etwa 90 m² und Sozialräume mit etwa 40 m² Grundfläche. Das Gebäude ist vollunterkellert.

Konzept
Das nicht unter Denkmalschutz stehende Gebäude stand zum Abbruch frei. Unsere Untersuchung zielt darauf ab, das zauberhafte Gebäude mit seinen charmanten Details weitestgehend zu erhalten.
Die Idee besteht darin, das hoch aus dem Erdreich ragende und gut belichtete Souterraingeschoss nutzbar zu machen und das baufällige Dach durch eine Flachdachkonstruktion und Dachterrasse zu ersetzen. Die durchgehende Erschließung und Verbindung aller Ebenen vom Souterrain bis ins Dachgeschoss erfolgt über eine außen angestellte wetterfeste Treppenkonstruktion, der zweite Fluchtweg erfolgt innerhalb des Gebäudes, vom Dach führt eine Notrutsche in den Garten.
Die vorgegebenen Räumlichkeiten werden wie vorgefunden genutzt, so dass das Gebäude an sich wie auch der frühere Kapellenraum weiterhin erlebbar bleibt. Es entsteht eine funktionale, vielschichtige und einmalige Kindertagesstätte mit hohem Indentifikationswert in der Berliner Kita-Landschaft.

 


Bauherr
 Bildung bewegt e.V. Berlin

 

TugendBildungsHaus in der Glanzfilmfabrik Köpenick

UMBAU DES VERWALTUNGSBAUS DER GLANZFILMFABRIK
Machbarkeitsstudie zur Umnutzung für eine Kita und Grundschule

„Marlene Dietrich war auch schon da…“
Jeder Film, der das Werk je verlassen hatte, trug das Potenzial in sich, nach der Belichtung berühmt oder auch ganz privat als Kleinod aufbewahrt zu werden. Zum Ruhme gelangte sicher jenes Filmmaterial, das mit den Filmgrößen der 20er-Jahre in Berührung kam. Diese Glanzlichter des deutschen Filmes waren auch oft selbst auf dem Gelände anzutreffen, wenn sie im angeschlossenen Schnittstudio Ihre Filme abnahmen.

 

 

Die Historie des Gebäudes

Neben der Rummelsburger Agfa war noch eine zweite Berliner Firma als Produzent von Filmen für Fotographie und Kino tätig: die Fotochemischen Werke Köpenick.

1923 wurde in Berlin-Köpenick zwischen Friedrichshagener Straße und Spree ein fotochemisches Werk unter der Bezeichnung Glanzfilm AG Köpenick gegründet. Das war ein Tochterunternehmen des Kunstseideproduzenten Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG aus Elberfeld (heute Ortsteil von Wuppertal). Da diese Firma über mehrere Jahre mit Verlust arbeitete, wurde sie 1927 an den US-amerikanischen Fotokonzern Kodak verkauft und agierte fortan als Kodak AG, Werk Köpenick.

Hergestellt wurden Filme für die Schwarz-Weiß-Fotografie und Röntgenfilme sowie die dazu notwendigen chemischen Verarbeitungsmaterialien.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Köpenicker Kodakwerke 1941 als Feindvermögen von den Nazis beschlagnahmt. Auch nach Kriegsende erhielten die Amerikaner ihr Werk nicht zurück, da es nun im sowjetischen Machtbereich lag. Es wurde noch einige Jahre unter der Bezeichnung Kodak AG Filmfabrik Köpenick in Verwaltung weitergeführt.

Ab 1956 firmierte man dann unter der Bezeichnung VEB Fotochemische Werke Köpenick, kurz FCW. Es wurden Röntgenfilme, Schwarz-Weiß-Filme, Fotopapier und Fotochemikalien produziert.

Nach der deutschen Wiedervereinigung erhielt Kodak seine Köpenicker Filmfabrik 1992 zurück, 51 Jahre nach der Beschlagnahmung durch die Nationalsozialisten. Aber die Entwicklung der Digitaltechnik für Fotografie und Film führte schnell zur Schließung des Werkes mit Ausnahme einer kleinen Abteilung für Röntgenfilme (X-ray-Retina).

Die Konversion

Zur Zeit entsteht auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Fotochemischen Werke Köpenick in der Friedrichshagener Straße 9 eine Wohnanlage unter teilweiser Nutzung der Fabrikgebäude aus den 20er Jahren. Vermarktet werden die Immobilien unter der Bezeichnung Glanzfilmfabrik, dem ersten Namen dieses alten Produktionsstandorts, größtenteils als Wohnungsbau.

Dem Vorstanbdshaus muss mit besonderer Sorgfalt begegnet werden, denn es ist bis auf wenige Eingriffe sowohl von innen als auch von außen in seinem ursprünglichen zusatnd erhalten geblieben.

Unsere Machbarkeitsstudie untersucht eine Umnutzung zu einer Grundschule und Kindertagesstätte. Das Ergebnis ist erfreulich: Das Gebäude kann mit nur wenigen zarten Eingriffen optimal für das aufgestellte Raumprogramm angepasst werden!

Das Erdgeschoss wird dem Kita-Unter3-Bereich, sowie der Kita-Leitung zugeteilt, im 1. Obergeschoss findet der Kita-Über3-Bereich Platz.
Das 2. und 3. Obergeschoss stehen der Grundschule zur Verfügung, dabei nehmen die Klassenräume das 3. OG, die Fachräume und der große Bewegungsraum das 4. OG ein.
im 3. OG wird auch das Restaurant etabliert, die Küche findet in dem großzügigen Souterrain neben Lager- und Technikflächen Raum.

 


Bauherr
 Bildung bewegt e.V. Berlin
 Sandra Klünder

 

Gedenkstätte Ahlem, Hannover

WETTBEWERB 2011, 2. PREIS
Mitarbeit POLA Landschaftsarchitekten, Berlin
mit AFF-Architekten Berlin

Das Leitthema des Entwurfes sucht seine Quellen in der unfassbaren Verkehrung des Ortes. Wichtig erscheint uns eine Gedenkstätte zu etablieren, welche sich gleichermaßen informativ und gegenwärtig darstellt. Gedenken soll nicht an einem Monument als starres Abbild der Zeit erfolgen, sondern immer wieder Gedächtnisarbeit erfordern. Mit dem transitorischen Moment des Wandels der Kulturpflanzen ändert sich das Bild der Gedenkstätte und erfordert eine fortlaufende Neupositionierung. Das Wahrnehmen des Bildes einer Gartenbauschule adaptiert sich im Besonderen mit dem Wechsel der Jahreszeiten. Im Gegenzug steht die Verkehrung des Ortes in seiner Entfremdung als Verwaltung der Shoa. Damit greift der Entwurf die unterschiedlichen Erlebnis- und Erzählebenen im direkten Bezug zur wechselvollen Geschichte der Israelitischen Gartenbauschule auf.

Das Direktorenhaus wird von einem Obsthain mit Spalierobst umgeben. Alle Obstbäume wachsen an Rankgerüsten im strengen Erziehungsschnitt. Hier tritt das aktive Gedenken durch die ständige fachliche Pflege der Spaliergehölze gleichrangig neben eine Züchtungs- und Kultivierungsarbeit des Gartenbaus. Beide bedingen sich und prägen das Bild und die Zukunft des Gartens.
Die Rankgerüste sind nicht nur Stütze des kultivierten Wachstums sondern auch Träger der Opfernamen. Die Entwicklung, das Wachsen das Blühen und vergehen der Gehölze steht als Synonym für die Personen die hier arbeiteten, lernten, wohnten, deportiert wurden und starben.
Der Besucher betritt diesen Hain an unterschiedlichen Zugängen, von der Tramstation und der Zuwegung vom Parkplatz. Als Weg der Transformation vom Alltäglichen zu einem Einfühlen in die Geschichte des Ortes wird er zum Eingang des Direktorenhause geleitet. Die Wege zwischen den Gärten der Spaliergehölze knüpfen an die Wegeführung des parkähnlichen Gartens an und Verbinden beide Teile miteinander auf sinnfällige Weise. Durch die Modellierung des Geländes ergibt sich ein ebenerdiger Zugang zum Direktorenhaus. Die Rankhilfen hingegen folgen streng einem vorgegebenen Niveau und variieren von 1,5 bis 3m. Je dichter der Besucher sich dem Eingang nähert um so mehr Weitblick gewinnt er über das Gelände. Ankommen und Eintreten werden somit zeitlich und örtlich ausgedehnt. Das Erleben und Hinterfragen von Gegenwart und Geschichte beginnt damit bereits im Freiraum.

Der Garten
Ausgehend von der ursprünglichen Anlage der Gemüsebeete des Schulgartens der ehemaligen Gartenbauschule und den vorhandenen Beeten nördlich der Justus-von-Liebig-Schule bildet sich eine gärtnerische Struktur um die Gedenkstätte und rückt diese in den Kontext der ehemaligen Gartenbauschule. Rankgerüste mit unterschiedlichen Spalierobst- und Ziergehölzen gliedern die Struktur. Schmale Wege für Pflege und Erkundungen der Einzelnen Gehölze und den Namen der Opfer auf den Rankgerüste führen um die mit Bodendeckern, niedrigen Stauden und Frühjahrsblühern bepflanzten Beete herum. Verschiedene Sorten von Obstgehölzen aus den verschiedensten Ursprungsländern werden an den Spalieren kultiviert und gepflegt. Chaenomelis japonica (Wilde Quitte), Sorbus domestica (Birne), Prunus cerasifera (Kirschpflaume) und Mespilus germanica (Mispel) und nur wenige zu nennen füllen die Rankgerüste mit Leben und Wachstum.
Der Grundriss der ehemaligen Laubhütte wird im Boden mittels farblich abgesetzten Kiesflächen nachgezeichnet. Dieser liegt eingebettet in der großen Rasenfläche. Eine gesonderte Erschließung vom Weg aus entfällt. Gleiches gilt für alle der sich im parkähnlichen Garten befindenden Denkmäler. Sie ordnen sich unprätentiös aber selbstbewusst mit ihren unterschiedlichen Aussagen dem Garten unter. Der Garten wird hier, wie am Direktorenhaus, Träger des Gedenkens.

Direktorenhaus
Als Zugang zum Direktorenhaus wird die Schnittstelle zur ehemaligen Bebauung gewählt.
Der Entwurf ordnet die Funktionen im Inneren in Anlehnung an die historische Struktur des Gebäudes. Die Veranstaltungsräume mit Gruppenraum, Bibliothek und der dazugehörigen Infrastruktur befinden sich im Erdgeschoss. Das 1.Geschoss mit seiner klaren Raumaufteilung, in dem sich die ehemalige Direktorenwohnung befand, wird mit dem Ausstellungsthema „Ahlem als Ort nationalsozialistischer Verfolgung“ neu belegt. Die kalte Verwaltung der Shoa steht im Mittelpunkt des gestalterischen Leitbildes. In den 3 Räumen die den Zeitzeugen gewidmet sind, kann sich der Besucher mit Einzelschicksalen an Medientischen zu unterschiedlichen Themen informieren. Die Wände werden von hohen Regalen mit Ordnern gefüllt bekleidet. Sie enthalten das Quell- und Arbeitsmaterial für die folgenden Räume der Reflektion. Hier kann im gemeinsamen Gespräch mit Zeitanalysen und Diskussionen eine Sichtweise über Opfer und Täter reflektiert werden. Alle Wände dieser Räume sollten als Pinnbord konzipiert sein. Damit entwickelt jede Besuchergruppe ein eigenes Abbild der Geschichtsrezeption aus den gesammelten Eindrücken. Ohne diese Diskussion und ohne diese Reflektion bleiben die Wände leer. Die Ausstellung fordert damit den Rezipienten bewusst zur aktiven Teilnahme auf und entlässt alle Besucher als aktive Mitgestalter des Gedenkortes.
Das 2. Geschoss, als Schlafsaal der ehemaligen Gartenbauschule, wird dem Ausstellungsthema „ Ahlem als Ort jüdischen Lebens, Lernens und Arbeitens“ gewidmet. Bewusst fällt die Wahl auf diesen Teil des Gebäudes, da seine frühere Offenheit am Besten das Gefühl der Gemeinschaft transportiert. Hier können die Besucher an unterschiedlichen Stationen informatives zu den Themenbereichen von 1893 bis 1933 erfahren. Die Präsentation soll dem Überblick in einer Werkstatt gleichen. Des Weiteren können Inhalte gemeinsam auf einem Podium reflektiert werden. Hier rahmt ein zusätzliches Fenster, als großformatiger Einschnitt in der Fassade des Gebäudes, den Ausblick auf den Ort und bezieht die Jahreszeiten in die Ausstellung ein.
Sonderausstellungen können im Kellergeschoss präsentiert werden.

Beurteilung durch das Preisgericht

Mit der Idee des Gedenkgartens wird sehr markant auf die Gedenkstätte und die israelitische Gartenbauschule Bezug genommen. Der Obsthain, mit den die Opfernamen tragenden Rankgerüsten, prägt das unmittelbare Umfeld des im äußeren Erscheinungsbildes nahezu unveränderten Direktorenhauses. Der westliche Teil des Freiraumes wird durch einen parkähnlichen Garten gebildet, dessen Wegeführung sich wie selbstverständlich mit den Wegen in den Spalierobstflächen verbindet.
Durch eine raffinierte Modellierung des Geländes in Verbindung mit den einheitlichen Oberkanten der Spaliere entstehen spannende Raumsituationen und Blickbeziehungen. Der Umgang mit den Gedenkelementen im Garten ist bewusst unprätentiös und angemessen. Die Grundstruktur des Gebäudes bleibt weitgehend erhalten und wird zur selbstverständlichen Grundlage für die räumliche Gliederung der Ausstellungsbereiche genutzt. Die minimalistische Haltung der Ausstellung wird Grundlage einer stark inhaltsbezogenen Auseinandersetzung und fordert den Besucher
zur Interaktivität heraus. Mit großer Konsequenz wird die kleinteilige Struktur der Direktorenwohnung dem Thema NS-Zeit gewidmet und als kalte Verwaltungsräume inszeniert. Der ehemalige Schlafsaal im 2. OG wird in seiner früheren Offenheit wieder hergestellt und passenderweise dem Thema der Geschichte der Gartenbauschule gewidmet. Hier wird durch ein neues großes Fenster der Bezug zum Gartenbaugelände
hergestellt. Die in der Auslobung geforderte gesamtheitliche Betrachtung wird in diesem Entwurf feinfühlig gelöst. Die Erstellungs- und Betriebskosten werden bezügliche des Gebäudes als im unteren Bereich liegend eingeschätzt. Die Kosten für die Gestaltung des Gebäudeumfelds (Gedenkhain) liegen im oberen Bereich.

weiß . LIVING . FITNESS . SPA

UMBAU EINES DENKMALGESCHÜTZTEN GRÜNDERZEITBAUS AM WITTENBERGPLATZ
IN BERLIN ZU EINEM BOARDINGHAUS
Eingeladener Ideen- und Realisierungswettbewerb, 2. Platz

“Das Geisterhaus am Wittenbergplatz…
Irgendetwas stimmt an diesem Haus nicht. Es ist zu still, zu unbelebt auf dem trubeligen Wittenbergplatz. Die Fenster staubig und halb blind. Kein Vorhang flattert im Wind, die Balkone sind kahl und leer. Alle – bis auf einen im dritten Stock. Dort rankt Efeu und blühen Geranien…“
Berliner Morgenpost, 20.07.08


w e i ß . Lage

Das weiß liegt direkt am Wittenbergplatz, einem 190 x 140 Meter großen Stadtplatz, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Tor zum Neuen Westen der Stadt entstand. Er ist einer der bekanntesten Plätze Berlins und bildet mit der großen Empfangshalle der U-Bahn und dem KadeWe (Kaufhaus des Westens) den Schlusspunkt des Doppelboulevards aus Tauentzienstraße und Kurfürstendamm, der Hauptschlagader der City West. Auf dieser wohl beliebtesten Einkaufsmeile der Stadt befinden sich neben zwei großen Kaufhäusern die bekanntesten Mode- und Restaurantketten, Straßencafés, Nobelhotels und Edelboutiquen. In den Seitenstraßen liegen weitere zahlreiche Bars, Cafés und Restaurants, die es zu entdecken gilt.

w e i ß . Haus

Das weiß ist ein Jahrhundertwendebau, direkt an der Südseite des Wittenbergplatzes gelegen. Das gesamte Gebäude – bestehend aus Vorderhaus, Seitenflügel und Gartenhaus – wurde 2007 umfassend saniert und umgebaut. Der durch Kriegsschäden zerstörten Fassade zum Platz wurde durch Neuinterpretation der Originalfassade ein neues, elegantes, weißes Gesicht verliehen, welches schon von außen die hochwertigen Qualitäten im Innenraum erahnen lässt. Die für die Jahrhundertwende typische Gliederung der einst üppigen Stuckfassade wurde wieder aufgenommen, verloren gegangene Balkone ergänzt, zeitgemäße Holzfenster mit klassischer Teilung ein-, das Dachgeschoss ausgebaut und mit einem transparenten Staffelgeschoss versehen.

w e i ß . Erschließung

Erdgeschossig implantierte Betonbänder weisen als vertikale Wandscheiben den Weg ins Haus. Sie ziehen sich vom Platz durch den Hof in den Garten, leiten den Besucher zum im Hof integrierten Check-In, zu den neu installierten Aufzügen oder auch in den gartenseitigen Zen-Garten. Über die beiden Aufzüge werden die weiß LIVING Bereiche des 1. bis 4. Obergeschosses und auch der weiß FITNESS und SPA Bereich im Dachgeschoss bequem und barrierefrei erschlossen. Sämtliche Eingänge des Hauses sind für den weiß Bewohner über eine Chipkarte mit zugehöriger Geheimnummer Tag und Nacht zugänglich.

w e i ß . Haus

Während das vorhandene Dachgeschoss unter Beibehaltung der historischen Traufkante und des bauzeitig gebänderten Drempelmotivs in zeitgemäßer Technik als Flachdach aufgebaut wird, nimmt das darüber liegende Staffelgeschoss das Motiv der Betonbänder im Erdgeschoss auf. Hier findet sich die Scheibe nicht stehend, sondern in Form eines liegenden, gefalteten Bandes wieder. Durch seine leichte Schrägstellung reflektiert der neue Aufbau die Dynamik der Stadt. Die Glasflächen zum Platz und zum Garten hin verleihen ihm Leichtigkeit und Transparenz.

w e i ß . Gastronomie

Im Erdgeschoss des Hauses befinden sich zwei traditionsreiche, den Platz prägende Gastronomien mit zahlreichen Sitzplätzen im Außenbereich. Hier kann der weiß LIVING Gast sich aufgrund besonderer Arrangements mit den Betreibern zu annehmlichen Konditionen vom Frühstück bis zum Abendessen kulinarisch verwöhnen lassen.

w e i ß . LIVING

In den 4 Obergeschossen des Hauses befinden sich pro Etage 8 geräumige Apartments von 30 bis 65 m² in 5 Kategorien, wahlweise zum Platz, zum Hof oder zum Garten hin gelegen, entweder mit französischem Fenster, Balkon oder Terrasse. Die Kombination von vornehmlich weißer Ausstattung mit dem charmanten Flair der Altbauräume bietet eine poetisch-moderne Atmosphäre sowohl für den weltoffenen Nomaden als auch für den klassisch-wertorientierten Zeitwohner.

w e i ß . LIVING Apartments

Anders als im klassisch anonymen Hotel ohne Möglichkeit der Selbstversorgung findet der weiß LIVING Bewohner in seinem Apartment alles, was die Unverwechselbarkeit eines architektonischen Ortes und die Atmosphäre eines wohnlichen Zuhauses ausmacht. Grundmotiv in jeder Einheit der 5 Kategorien – Maiglöckchen, Margarite, Jasmin, Lilie oder Edelweiß – ist ein weißes Band, welches sich als Raumkontinuum aus Schlaf- und Wohnbereich – gegliedert durch einen Raumteiler mit integriertem Safe und TV – durch das Apartment zieht. In den kompakten, aber offenen Grundrissen befinden sich jeweils eine voll ausgestattete Küchenzeile mit Tresen und ein Bad, als besonderes gestalterisches Element in den Wohnraum integriert.

w e i ß . LIVING Service

Der weiß LIVING Gast kann den vollen Catering- und Reinigungsservice von unserem Hotel KUNTERBUNT in Anspruch nehmen. Bei einem Aufenthalt von mehr als zwei Nächten bieten wir eine Teilreinigung nach jeder 3. Nacht und eine Vollreinigung nach jeder 6. Nacht an.
Die hauseigenen Waschtrockner im Kellerbereich können von allen weiß LIVING Bewohnern kostenlos genutzt werden. Ebenso steht die Nutzung des Zen-Gartens hinter dem Gartenhaus allen weiß LIVING Bewohnern kostenlos zur Verfügung. Sollten Sie einen von Ihnen gewünschten Service in unseren Listen nicht finden, sprechen Sie uns bitte an. Wir sind bemüht, Ihren individuellen Wünschen und Vorstellungen zu entsprechen!

w e i ß . LIVING Preise

Preise für 3-7 Nächte, 8-30 Nächte, ab 31 Nächte
Maiglöckchen 30+ m² 105,- € 95,- € 85,- €
Margarite 40+ m² 115,- € 105,- € 95,- €
Jasmin 50+ m² 125,- € 115,- € 105,- €
Lilie 60+ m² 135,- € 125,- € 115,- €
Edelweiß 65+ m² 140,- € 130,- € 120,- €
Tiefgarage im KaDeWe 15,- € 13,- € 10,- €
Zus. Reinigung 20,- € 20,- € 20,- €

w e i ß . FITNESS

In dem neu errichteten Dachgeschoss des umgebauten Jahrhundertwende-Gebäudes befindet sich auf fast 600 m² ein Fitnessbereich mit modernsten Geräten für Kraft- und Ausdauertraining, sowie zwei Übungsräume für Yoga, Tai Chi und Chi Gong. Der Eingangsbereich mit einer ayurvedischen Bar, sowie Massageräume, Solarium und Kosmetikstudio ergänzen das Angebot.

w e i ß . SPA

Das darüber liegende lichtdurchflutete Staffelgeschoss bietet auf 400 m² eine Oase der Ruhe inmitten der täglichen Betriebsamkeit des Stadtlebens. Vom Saunabereich mit großzügiger Chillout-Zone sowie von den Dachterrassen mit einer Fläche von mehr als 100 m² aus genießt man den Panoramablick auf die Hauptstadt. Schlichte Formen und klassische Naturmaterialien verleihen dem SPA den Charakter von Zurückhaltung und diskreter Ruhe. Alle weiß LIVING Gäste können den weiß FITNESS + SPA Bereich zu besonderen Konditionen nutzen.