Fürst-Pückler-Park Branitz-Muskau

Architektur, Ausstellung, Denkmal, Erweiterung, Konzept, Umbau, Umnutzung, Wettbewerbe

FÜRST-PÜCKLER-PARK BRANITZ-MUSKAU
Ideen- und Realisierungswettbewerb im Rahmen der IBA 2000
Wettbewerb bei Enno Schneider Architekten

„Wer mich ganz kennenlernen will, muß meinen Garten kennen, denn mein Garten ist mein Herz.“
Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871)

Die denkmalgeschützte Parkanlage

Die denkmalgeschützten Parkanlage des Fürsten Pückler-Muskau in ihrer historischen Qualität zu stützen, durch eine Verquickung mit einer zeitgemäßen Nutzung wirtschaftlich zu stärken und somit ihren Erhalt zu ermöglichen, führt zu folgenden Nachfragegruppen:
– Kulturell interessierte Tagesbesucher
– Kurz(-erholungs-)urlauber, Tagungsgäste.

Aus den vorhandenen Strukturen entwickelt, bilden sich vier Bebauungsbereiche:

  1. Die Gutsökonomie mit ihrer historisch gefassten baulichen Geometrie, die mit wenigen Elementen – dem Informations-, Café- und Ausstellungsgebäude, den sanierten Gebäuden mit dem Reiterhof und den Ateliers, Werkstätten und Kunstgewerbeläden, der aus dem Böschungsbau entlehnten Gabionenmauer und dem Freiflächenangebot (Biergarten, Spielplatz, Reitplatz) – in adäquater Weise einer neuen Nutzung zugeführt wird.

  2. Der Bereich des neuen Vorwerkes, welches in Verbindung mit dem historischen Gebäude zu einem attraktiven Hotel- und Wellness-Bereich entwickelt wird, in seiner freien Bebauungsform die historische Bebauung interpretiert.

  3. Der Bereich der Gärtnerei, der wieder seiner historischen Nutzung zugeführt werden soll. Die Züchtung einheimischer, subtropischer und tropischer Pflanzen, sowie eine Baumschule – historisch betrachtet ein wesentliches Element des Parkes – bieten eine wirtschaftliche Basis und dienen dem Erhalt des Parkes.

  4. Die im Park lokalisierten Solitäre (Torhäuser) stehen temporär Künstlern und Wissenschaftlern zur Verfügung, die in der besonderen Atmosphäre des Parkes ein kreatives Umfeld erhalten und durch Ausstellungen, Lesungen und Seminare das kulturelle Angebot ergänzen.

Die neu hinzugefügten Gebäude

Die neuen Gebäude reflektieren den historischen Umgang mit gebauter Landschaft und Architektur, sind wichtige Elemente für die Authentizität des Parkes. Für den Park werden die historischen Grenzen neu definiert. Die neuen Gebäude beziehen sich mit ihrer Lage, Höhenentwicklung und Typologie auf das historische. Die einfache Architektursprache wird mit heutigen Ausdrucksmitteln neu interpretiert. Das nähere Umfeld des Parkes mit seinen unhistorischen Zubauten, insbesondere den Stallungen und Scheunen sowie der Wohnsiedlung sollte soweit wie möglich zurückgebaut werden, um die historischen Grenzen zur freien Landschaft wieder zu verdeutlichen.

Wettbewerb
 2002
Entwurf Architektur
 Katharina Jester, Thomas Sugge, Enno Schneider 
Landschaftsarchitekt
 Prof. Peter Latz